Tolle Neuerscheinungen

Der sehr amüsante Krimi “Miss Merkel” spielt in der Uckermark: Angela Merkel ist mittlerweile im Ruhestand. Doch was macht eine ehemalige Kanzlerin mit ihrer neugewonnenen Freizeit? Aufgrund eines mysteriösen Todesfalls im neuen Heimatdorf fängt sie an zu ermitteln. Große Vorbilder sind für sie Miss Marple und Columbo! Warum? Weil beide Ermittler von ihren Gegenübern immer unterschätzt worden sind. Das verbindet die beiden Kriminalisten mit Angela Merkel, die zunächst in der Politik als “Kohls Mädchen” ebenso unterschätzt worden und dann an allen männlichen Mitbewerbern vorbeigezogen ist. Auch in ihrem neuen, selbstgewählten Job als Detektivin wird sie zunächst von allen unterschätzt. Doch Angela Merkel wäre nicht Angela Merkel, wenn sie nicht auch als “Miss Merkel” brillieren würde!

Es macht wirklich Spaß, diesen Krimi zu lesen. Die Charaktere sind sehr gut getroffen. Die Beziehung der Eheleute “Merkel” wird äußerst liebevoll beschrieben. Und ständig tauchen irgendwelche spitzen Bemerkungen zur aktuellen Politik bzw. Politikern auf. Hier ein Zitat aus dem Buch: “…bückte sich die ehemalige Bundeskanzlerin und sagte: “Ach, lassen Sie, ich bin es gewöhnt, Putins Mist aufzuräumen.” Bei Putin handelt es sich um den Mops von Angela Merkel (nicht, dass womöglich an jemand anderes gedacht wurde…).

Mit Spannung habe ich das neue Buch von Kati Naumann erwartet. Das Buch “Was uns erinnern lässt” hat mich damals nachhaltig berührt und mir deutlich gemacht, wie einschneidend die Veränderungen in der damals eingerichteten Sperrzone der DDR gewesen sind. Auch “Wo wie Kinder waren” hat mich wieder sehr begeistert. Die Geschichte der Spielzeugherstellung in der Stadt Sonneburg vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung wird in Rückblenden erzählt. Eva, Iris und Jan, Erben einer dieser Spielzeugfabriken, machen sich daran, dass Stamm- und das Elternhaus für eine potentielle Vermietung auszuräumen. Jedes einzelne Zimmer wird systematisch durchforstet. Dabei kommen sich der Cousin und die beiden Cousinen wieder näher, die sich durch Zwietracht in den Generationen zuvor, entfremdet haben. Kunstvoll werden die Rückblenden nach jedem einzelnen ausgeräumten Zimmer eingebunden. Wundervoll auch das Ende des Buches, welches kein Ende ist sondern ein Neubeginn. Sehr berührend erzählt!

“Die Dorfärztin” spielt in Westfalen, 1928 und ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie. Nach dem Medizinstudium kehrt Leni in ihr Heimatdorf zurück und übernimmt die Praxis des Landarztes. Doch die Dorfbewohner trauen ihr nicht, und auch ihre Familie glaubt, sie sei mit der Aufgabe und der Erziehung ihres Kindes überfordert. Aber Leni kämpft gegen alle Vorurteile, wie sie es immer getan hat. Früher stand als Einziger ihr Jugendfreund Matthias an ihrer Seite, doch seit Jahren gilt er als verschollen. Als die Widerstände im Dorf immer größer werden, fasst Leni einen Plan: Sie wird Matthias wiederfinden – denn er ist der Vater ihres Kindes …

“Fritz und Emma”: 1947: Emma ist überglücklich, dass ihr geliebter Fritz doch noch aus dem Krieg in ihr Heimatdorf zurückgekehrt ist. Schon lange sind sie ein Paar, nun fiebert Emma der Heirat entgegen. Doch der Krieg hat einen Schatten auf Fritz‘ Seele gelegt, gegen den nicht einmal Emma mit all ihrer Liebe ankommt. Und dann, in der Nacht, die eigentlich die glücklichste ihres Lebens sein sollte, geschieht etwas Schreckliches, das alles verändert.

2018: Marie ist mit ihrem Mann neu nach Oberkirchbach gezogen und lernt nach und nach die Einwohner des Dörfchens kennen. Auch den 92-jährigen griesgrämigen Fritz Draudt und die ebenso alte Emma Jung, die am entgegengesetzten Ende des Dorfes lebt. Marie erfährt, dass die beiden seit fast siebzig Jahren nicht miteinander gesprochen haben. Dabei wollten sie einst heiraten. Marie nimmt sich vor, Fritz und Emma wieder miteinander zu versöhnen, bevor es zu spät ist …

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